Blumenmacherei

    Wußten Sie das die Herstellung von Seidenblumen ein fast 3000 Jahre altes Handwerk ist?

     

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Blumenmacherei


Seidenblumen

Hochwertige Seidenblumen lassen sich heute kaum von ihren natürlichen Vorbildern unterscheiden und geben nicht nur im Winter Räumen eine Seele. Die Herstellung von Seidenblumen oder die Blumenmacherei ist ein fast vergessenes Handwerk.

Der Überlieferung nach gab es künstliche Blumen bereits im Mittelalter, im 14. Jahrhundert. Im Alten Testament ist die erste Erwähnung zu finden. Der Sage nach wurde die Kunstblume im Buch der Könige im Kapitel „König Salomon und die Königin von Saba“ beschrieben. Damit Salomon sich als würdig erwies, wurde ihm u. a. ein Rätsel aufgetragen, indem er herausfinden sollte, welche der zwölf Lilien echt und welche künstlich seien. Um das Rätsel zu lösen, lies König Salomon Bienen in den Raum und beobachtete, auf welche Lilien sich diese niederließen.

 

 

Blumenmacherei - ein fast 3000 Jahre altes Handwerk

Fast 3000 Jahre Geschichte prägen die Seidenblumen-Produktion. In der Antike waren künstliche Blumen lange Zeit dem Adel vorbehalten. Dem römischen Geschichtsschreiber Plinius nach wurden aus Ägypten kostbare und parfümierte Kränze mit Blüten aus Papyrusrinde sowie Seide eingeführt. Es wird angenommen, dass mit dem Niedergang des Römischen Reiches auch die Kunst der Fertigung von Seidenblumen und Kunstblumen nahezu in Vergessenheit geriet.

 

Seidenblumen

 

Italienische Nonnen brachten es im Mittelalter in der Herstellung zu wahrer Meisterschaft. In dieser Zeit wurden Altäre und Heiligenbilder als Zeichen besonderer Verehrung mit Kunstblumen, welche unter strengen Vorgaben der Kirche gefertigt wurden, geschmückt. Im 18. Jahrhundert fanden künstliche Blumen ferner als Beiwerk für Kleidung, Kopfbedeckungen und Perücken immer mehr Anwendung. Mode-bestimmend war zu dieser Zeit Frankreich. Französische Auswanderer waren es auch, welche die Blumenmacherei um 1780 nach Deutschland brachten und in Berlin die erste Manufaktur gründeten. Damals waren Hobelspäne, Papier und Leinen bevorzugte Materialien. Sachsen entwickelte sich zu einem Zentrum der Produktion, die Blumen kamen hier über Wien und Böhmen in das Bundesland. Die Herstellung von Seidenblumen war eine leichte und saubere Tätigkeit und daher gerade bei Frauen sehr begehrt. In dieser Zeit begann auch der Wunsch, möglichst naturgetreue Seiden- und Kunstblumen zu fertigen. Durch die Baumwollindustrie im 19. Jahrhundert, welche neue Stoffe wie Atlas, Samt und Taft zur Verfügung stellte, wurde die Auswahl an Seidenblumen zudem vielfältiger.

Während der Revolution entstanden in Ländern wie England und Schweiz durch Früchtlingsfrauen immer mehr Seidenblumenmachereien, aus denen sich Fabriken entwickelten. Die Nachfrage ging Anfang des 20. Jahrhunderts durch den ersten Weltkrieg und die Weltwirtschaftskrise stark zurück. Einen neuen Höhepunkt erfuhren die Seidenblumen in den 60ern und 70er Jahren, während der Hippiezeit.

 

 

Hohe Qualitätsunterschiede in der Herstellung

Heute gibt es hohe Qualitätsunterschiede und ein Großteil der Seidenblumen kommen aus Fernost. Hochwertige Seidenblumen sind hauchzart und lebensecht, so dass man diese von ihren natürlichen Vorbildern auf den ersten Blick kaum unterscheiden kann. Diese werden vor allem heute aus Polyester und Papier hergestellt und sind von ihrer Form, Farbe und Textur sehr naturnah. Moderne Materialien und Techniken, welche perfekt die natürlichen Farben, Formen und Oberflächen nachahmen können, sind in der Lage selbst Schmetterlinge oder Bienen zumindest für kurze Zeit zu täuschen.

Zur Herstellung von Seidenblumen wird zunächst das Polyestergewebe in Gelatine getränkt, um es zu versteifen. Danach folgt das Schneiden oder Stanzen in die jeweilige Blüten- und Blattform. Anschließend werden die Blüten- und Blattadern mit beheizten Pressen aufgedruckt. Danach erfolgt die Montage der einzelnen Blütenblätter von innen nach außen. Schließlich wird die Blume auf einen Stiel – meist ein dünner Metallstab aus eingefärbtem Material - aufgesetzt. Im letzten Produktionsschritt werden die Blätter angebracht.

 

Seidenblumen

 

Reine Seidenblumen werden heute kaum noch von Hand gefertigt. Die Handarbeit ist zu aufwändig und daher kostenintensiv geworden. So gibt es nur noch wenige spezialisierte Betriebe, die diese auf traditionelle Weise herstellen.

 

 

Dauerfloristik - schön und pflegeleicht

Die Zeiten in denen Seidenblumen nur als kleines Schmuckstück an der Tasche oder gar als Grabschmuck verwendet wurden, sind vorbei. Ein neues Handwerk - die Dauerfloristik setzt sich durch. Floral Interior Design bringt die Seidenblume in hochwertiger und künstlerischer Form in das eigene Heim. Das Ergebnis sind florale Werke, die Räumen eine persönliche Note geben und zudem ein lebenlang halten. Die Pflege ist denkbar einfach. In der Regel verstauben die floralen Werke nur nach einigen Jahren. Größere Flächen wie Blätter oder Blüten können mit einem Staubwedel oder Lappen vorgereinigt werden. Im Anschluss sollten die Seidenblumen mit lauwarmen Wasser vorsichtig, am besten mit leichten Strahlen, abgeduscht werden. Zum Trocknen sollten die Sträuße mit dem Kopf nach unten aufgehangen werden, so behalten die Blüten und Blätter ihre natürliche Form.

In Deutschland empfiehlt sich für interessierte Leser ein Rundgang durch die Schaumanufaktur „Deutsche Kunstblume Sebnitz“, in der man die faszinierende Tradition der Sebnitzer Seidenblumenherstellung noch hautnah erleben kann.

 

 

[Quellen: www.kunstpflanzen-discount.com, www.wikipedia.org, www.langer-koeln.de, www.kunst-blumen.de, www.helpster.de]

 

 

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